Wer möchte schon den Chef am anderen Ende direkt unglücklichen Quadratschädel schimpfen? Nun so lange der Chef nicht weiß, was die Zeichenfolge :-[ heißt, kann man das ungestraft tun. Bleibt zu hoffen, dass sich der Chef nicht de Mühe macht, mal in einem entsprechenden Lexikon, wie von dem Allgäuer Christof Walter im Internet eingestellt, nachzuschauen. Aber die Smileys bieten nicht nur die Möglichkeit, mal so richtig Dampf abzulassen, wenn der Adressat zu Gunsten des Schreibers davon ausgeht, dass der sich schlicht vertippt hat, sondern sie bringen auch eine ganze Reihe positiver Botschaften rüber, mit denen man sich im täglichen Leben etwas schwer tut oder die man erst lange und umständlich in Worte fassen müsste. Es ist doch allemal besser, eine ablehnende Antwort mit einem lustigen gelben Mondscheingesicht rüber zu bringen, das in extremer Geschwindigkeit den Kopf schüttelt, als direkt zu schreiben „Nein, ich möchte nicht“. E-Mails lassen sich mit einem Smiley auch verschönern. Ein lachendes Gesicht, das Blumen streut oder winkt, kommt doch viel besser rüber, als ein einfaches „bye“. Die animierten Smileys sind sehr beliebt auch in Chats, wo es um Flirten und kennen lernen geht. Damit kann man schnell das Eis brechen. Inzwischen beschränkt sich die Rubrik „Smiley“ nämlich nicht mehr nur auf die ursprünglichen gelben Mondgesichter, sondern es gibt zahlreiche Figuren, teils statisch, teils animiert, die eine Vielzahl an Möglichkeiten der Kommunikation ohne Worte erlauben. Ein Flirt im Internet ohne verlegenes Gesicht und Kussmund in Form eines Smileys wäre heute undenkbar. … und auch langweilig, denn dieses visuelle Feedback gehört zu einem Flirtgespräch ganz einfach dazu. Hier kann man auch visuell Blumen überreichen oder mit seinem Gesprächspartner mit dem symbolischen Glas Sekt auf etwas anstoßen, zum Beispiel das erste verabredete Treffen. Smileys sind nicht nur bei der Kommunikation im Internet sehr beliebt. Sie werden täglich öfter auch bei SMS übers Handy eingesetzt, wobei hier nicht unbedingt der Schmunzeleffekt im Vordergrund steht, sondern dass man durch den Einsatz von Emoticons als Träger unmissverständlicher Informationen auch Kosten sparen kann. Die Smileys bestehen oft nur aus drei oder vier Zeichen. Würde man diese Botschaft n Worte fassen, bräuchte man in der Regel eine vielfache Anzahl von Zeichen.
Autor: Alexander Bertram Email: artikel(at)netnut.de





