Wer seinem Urlaub an der Nordsee verbringt, der sollte, nein der muss, mindestens eine Wattwanderung mitmachen, denn sonst hat er eigentlich gar keinen richtigen Nordseeurlaub gemacht. Das Watt darf man nicht mit einfachem Schlick, einem schlammartigen Sediment aus organischem Material mit viel Wasser versetzt, verwechseln. Der Begriff Watt stammt von dem altfriesischen „wad“ ab, das „seicht“ und „untief“ bedeutet. Diese als Watt bezeichneten Stellen sind die seichten Flächen im Meer, welche durch die Gezeiten zweimal täglich überflutet werden und dazwischen immer wieder trocken fallen. Dieses Flächen werden von Prielen, das heißt von natürlichen, häufig mäandrierenden Wasserläufen, durchzogen. Als Watt bezeichnet man also nicht einen schlickigen Zustand, sondern eine Region, die durch wechselnde extreme Bedingungen bestimmt wird. Das Watt ist auch keine leblose Masse, sondern ein einzigartiger Lebensraum für viele Arten, die sich genau diesen Bedingungen angepasst haben, ja die teilweise sogar nur unter diesen Bedingungen leben können. So sind die Salzwiesen eine typische Vegetationszone im Wattenmehr. Sie sind gekennzeichnet durch eine Ansammlung krautiger Pflanzen, die wie eine Wiese im Meer, periodisch bis unregelmäßig überflutet werden und zur Salzpflanzenvegetation, den Halophyten gehören. Halophyten sind eine Gruppe der Höheren Pflanzen, die an einen erhöhten Salzgehalt im Wasser angepasst sind. Zu diesen Pflanzen gehören unter anderem das Friesenkraut, die Binsen, die Strandsode und die Schlickgräser. Aber auch der schmalblättrige Strandflieder, das Gänsefingerkraut und die Strandaster dulden das Salz, obwohl sie ohne besser gedeihen. Die Salzwiesen sind ein wichtiger Rast- und Brutplatz für zahlreiche Vogelarten. Die bekanntesten Tiere im Wattenmeer sind aber der Wattwurm, kleine Krebse und die Herzmuscheln, die man relativ problemlos auf einer Wattwanderung finden kann. Die meisten Tiere des Watts leben allerdings zurückgezogen im Boden, um sich vor Fressfeinden und vor dem Austrocknen zu schützen. Typische Säugetiere die im Watt anzutreffen sind, sind Kegelrobben, Seehunde und Schweinswale. Der Nationalpark Wattenmeer ist in drei Zonen eingeteilt, von denen nur die Zone 3 frei betretbar ist, Zone 2 nur auf ausgewiesenen Wegen und Zone 1 gar nicht. Ein guter Ausgangspunkt, um dieses einzigartige Wattenmeer kennen zu lernen, ist die Insel Norderney, die zweitgrößte der Ostfrieschen Inseln, die größtenteils Bestandteil des Naturparks ist. Vor allem für Familien mit kleinen Kindern sind als Domizil die Ferienwohnungen auf Norderney geeignet. Sie sind üblicherweise großzügig und modern eingerichtet und in den verschiedensten Größen zu buchen.
Autor: Andreas Mettler




