Seit 2002 fördert der deutsche Staat eine zusätzliche Altersvorsorge auf privater Basis. Durch den demographischen Wandel der Bevölkerung, also die zunehmende Lebenserwartung eines jeden Einzelnen, der seit Jahrzehnten geringen Geburtenrate die in der Bundesrepublik dem gegenübersteht und somit eine Situation verstärkt, die den bisherigen Modellen der Rentenversicherung als Generationenvertrag zuwiderläuft. War es in der Nachkriegszeit und den Zeiten des Wiederaufbaues noch denkbar und wahrscheinlich, dass die aktuell arbeitenden Bevölkerungsanteile die Ansprüche der Rentner sicherstellen können, so ergibt sich seit Jahrzehnten ein Bild, dass sich die so genannte Alterspyramide immer mehr zu Ungunsten der Werktätigen verschiebt und immer mehr Rentner immer weniger Arbeitnehmern gegenüberstehen. Hierdurch lässt sich das Modell aus der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr finanzieren, weswegen die Regierung Schröder 2002 das Gesetz zur Riesterrente auf den Weg brachte. Hierbei zahlt ein Arbeitnehmer einen prozentualen Anteil seines Einkommens in einen privaten Versicherungsvertrag, erhält zusätzlich zu diesen Einzahlungen eine Prämie vom Staat, die ebenfalls in den Vertrag einfließt und kann zudem die Aufwendungen für die Zusatzversicherung steuerlich geltend machen. Seit 2008 ist es zudem möglich, die angesparten Leistungen nicht nur für die spätere Rente zu verwenden und in Form einer lebenslang zu leistenden Leibrente zusätzlich zu den staatlichen Leistungen zu erhalten, sondern kann auf Wunsch die Beiträge auch zur Mitfinanzierung einer selbst genutzten Immobilie nutzen. Es ist jedoch zu erwarten, dass die 2008 beschlossene Reform nicht die letzte ihrer Art sein wird, sondern dass, je nach Anforderungen und Bedarf der Versicherten und deren Wahrnehmung in der Politik, noch weitere Reformen folgen werden. Diese Reformen haben alle das Ziel, den Bundesbürger stärker zur Eigenverantwortung zu bewegen. Die Riesterrente hat ihren Namen im Übrigen von dem damaligen Minister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester erhalten. Ihm ist es damit gelungen, sich in den Geschichtsbüchern und in der Wahrnehmung der Bevölkerung zu verewigen.
Autor: Andreas Mettler
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