Ein Blick in den Kalender genügt: Ein Neues Jahr, eine neue Preisrunde der Strom- und Gasanbieter: Die Beiträge der Versicherungen steigen, aber auch die Kosten für Strom und Gas. So wurden wir Verbraucher erneut mit der Meldung schockiert, dass die
Gas- und Stromversorger erneut an der Preisschraube drehen. Bundesweit haben alleine zum Jahresstart 2012 über 100 Stromversorger die Preise zum Teil erheblich erhöht. Für Gas werden bis zu 6 Prozent, für Strom rund 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr mehr verlangt.
Die großen Anbieter von Strom und Gas wie RWE und E.ON haben diesen Preisanstieg diesmal nicht eingeläutet. Viele kleine Anbieter von Strom und Gas haben diese Preisrunde genutzt, um die im zweistelligen Bereich zu erhöhen. Dass die Preise von RWE und E.ON nicht nach oben korrigiert werden - davon ist eher nicht auszugehen. Bis zum Ende der Heizperiode sichern einige großen Gas- und Stromanbieter noch gesicherte Preise zu, doch die kommende Heizperiode wird kommen. Und das Loch im Geldbeutel damit immer größer. Der Verlauf ist eindeutig, die Energiekosten zeigen einen stetigen Aufwärtstrend. Auch wenn der Aufwärtstrend aufgrund der Finanzkrise im Jahr 2008 kurzzeitig unterbrochen wurde, ist die Preiskurve nach oben unverkennbar. Während der Finanzkrise brach die Nachfrage ein, Gas war in großen Mengen verfügbar, da viele Unternehmen ihre Produktion stoppten. Daraufhin senkten einige Unternehmen durchaus deutlich die Preise, während andere Anbieter von Strom und Gas die geringeren Einkaufskosten nicht an ihre Kunden weitergaben. Doch die Märkte drehen schnell und der weltweite Energiehunger insbesondere aus den Schwellenländern wie China oder Indien lässt die Preise spürbar anziehen.
Auch die in der Bundesrepublik eingeführte Energiewende lässt die Preise ansteigen. Die gestiegene Nachfrage nach Kohle und Gas sowie die Umlage für erneuerbare Energien sind die aktuellen Preistreiber. Bis zum Jahr 2020 sollen sich die Preise für Strom und Gas, so Prophezeien einige Experten, sich noch einmal um fast 60 Prozent erhöhen. Bezogen auf einen Vier-Personen-Haushalt würde dies einem Preisanstieg von über 500 Euro pro Jahr bedeuten. Einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kerney zur Folge soll dem Gasmarkt turbulente Zeiten bevorstehen. A.T. Kerney spricht von steigenden Gaspreisen von bis zu 40 Prozent. Wegen der weltweiten Überkapazitäten soll dann jedoch eine kurzfristige Erholung des Gaspreises folgen, doch das Preisniveau von heute wird in keinem Fall mehr erreicht.
Die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und Verbraucherschützer empfehlen den privaten wie geschäftlichen Konsumenten immer wieder einen Anbieterwechsel. Leider scheuen oftmals private Verbraucher diesen Schritt. Fast 43 Prozent der privaten Haushalte war der Behörde zufolge im Jahr 2010 noch im teuren Grundversorgertarif. Ein Wechsel in einen besseren Tarif des lokalen Versorgers haben immerhin 41 Prozent der privaten Verbraucher vollzogen. Nur 15 Prozent der Haushalte hat zu einem günstigen Anbieter von Strom und Gas gewechselt, so die Behörde. Somit wird verständlich, warum die Energieversorger den Preis beliebig erhöhen können. Durch die geringe Wechselzahl ist die Anzahl der Kunden und somit die Einnahmen gesichert. Warum gerade private Verbraucher nicht zahlreich zu einem günstigen
Gas- und Stromanbieter wechseln, also die Gründe, sind bekannt, wenn auch unbegründet. Neben der unbegründeten Angst, im Konkursfalle des Anbieters ohne Strom oder Gas dazustehen, ist es meist persönliche Bequemlichkeit oder Verträge, die undruchschaubar sind. Durch Preisvergleichsrechner, die im Internet zu finden sind, sind die Tarife übersichtlich tabellarisch dargestellt. Hier werden die Angebote der einzelnen Energieanbieter übersichtlich dargestellt. Kündigung und alle Wechselformalitäten übernehmen meist die neuen Anbieter aus Gründen des Services. Über mehrere hundert Euro Ersparnis pro Jahr kann sich der Kunde freuen. Dem gegenüber stehen nur wenige Eingaben im Preisrechner.

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Autor: Rainer Hoppe