Wer denkt, das Internet biete nur Vorteile, hat sich gewaltig getäuscht. Allzu leicht tappt man in eine Falle, gibt irgendwo private Daten ein und empfängt anschließend einen Haufen Werbung, landet auf kostenpflichtigen Seiten oder lässt sich dazu verleiten, Dateien von illegalen Anbietern herunterzuladen. Letzteres führt häufig zu Abmahnungen, auch wenn man sich zum ersten Mal und völlig unwissentlich ein solches Vergehen zuschulden kommen lässt. Die Anwälte, die im Auftrag der großen Medienkonzerne eigentlich diejenigen finden und abmahnen sollen, die das illegale Downloaden im großen Stil betreiben, erwischen oftmals nur die kleinen Fische. Häufig kommt es vor, dass unbescholtene und nichtsahnende Bürger eines Tages eine Filesharing Abmahnung im Briefkasten vorfinden und zunächst einmal denken, es müsse sich um einen Irrtum handeln. Schnell werden sie jedoch feststellen, dass das nicht der Fall ist – dass tatsächlich sie gemeint sind und dass sie tatsächlich, ohne es zu merken, einen Gesetzesverstoß begangen haben. Das Heimtückische an vielen Filesharing Seiten im Internet ist, dass sie die Dateien explizit als kostenlos anbieten. Kennt man sich nicht ein wenig aus im deutschen Medienrecht, kann man als Laie im Grunde nicht wissen, dass es diese Angebote eigentlich gar nicht geben dürfte.
Es ist allerdings bei weitem nicht nur die Schuld der Bürger und Internetnutzer, dass sie nicht ausreichend informiert sind. Es wird ihnen mehr als schwer gemacht, sich die nötigen Informationen zu beschaffen. Denn diese sind nicht nur schwer erhältlich, sondern meist vor allem schwer verständlich. Wenn man nicht gerade studierter Jurist ist, fällt es natürlich schwer, den Überblick über all die Verordnungen und Vorschriften zu behalten, die es im Zusammenhang mit dem Internet gibt. Die Abmahnung, die eigentlich als Mittel gedacht war, um die Gerichte zu entlasten, wird in dieser Situation oftmals zur ersten und letzten Information über Richtig und Falsch für den Betroffenen. Statt rechtzeitig wird man auf diese Weise viel zu spät darüber informiert, was man darf und was nicht. Natürlich ist es ärgerlich, wenn einem so etwas widerfährt, aber an der Situation kann man für den Moment erst einmal nichts ändern. In erster Linie sollte man sich einen kompetenten Anwalt an seine Seite holen, der einen in dieser Sache beraten und unterstützen kann. Nur so hat man die Möglichkeit, die gestellten Schadensersatzforderungen nachträglich noch abzumildern.
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Autor: Martina Krüger




