Deutschland und die EU: Ein Großteil der Bevölkerung kann sich damit noch immer nicht identifizieren. Die Vorteile sind längst selbstverständlich. Offene Grenzen, freier Handelsverkehr, die freie Wahl des Arbeits- und Wohnorts – ohne die Union absolut undenkbar. Und doch werden diese Dinge nicht auf die EU zurückgeführt. Wenn die Deutschen an die EU denken, dann denken sie vor allem daran, dass sie ihr den ungeliebten Euro zu verdanken haben. Und, dass Deutschland die größte Gebernation ist. Wenn es wirklich so wäre, dass der Bundesrepublik dadurch Nachteile entstehen würden, wäre diese Kritik berechtigt. Die Realität sieht aber anders aus. Natürlich ist die BRD das Land, das das meiste Geld investiert. Es bekommt aber auch am meisten zurück. Der Geldfluss funktioniert wie ein Kreislauf. Zum Schluss entstehen eher Vor- als Nachteile. Die Bevölkerung bekommt aber nur vom ersten Schritt etwas mit, nämlich das Deutschland einzahlt. Von den restlichen Schritten weiß der Großteil nichts.
Nachdem Deutschland eine gewisse Summe bezahlt hat, wird die projektbezogen wieder ausgeschüttet. So ist es zum Beispiel möglich, dass der Bau eines Hafens in Portugal von der EU subventioniert wird. Was hat aber Deutschland davon, werden sich die meisten Fragen. Ganz einfach: Irgendjemand muss die Baufahrzeuge stellen. Da in vielen Südländern die richtige Technik fehlt, kann sich mit großer Wahrscheinlichkeit ein deutsches Bauunternehmen den Auftrag sichern. Und schon ist das Geld wieder dort, wo es herkam.
Das Verhältnis lässt sich auch an der Verschuldung erkennen. Natürlich mussten auch Firmen aus Deutschland den einen oder anderen Kredit im Ausland nehmen, betrachtet man aber, wem sie alles Kredite gegeben haben, sieht die Bilanz schon wieder ganz anders aus.
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Autor: Steffen Steffen




